Die Mühle ist bei der DGM registriert.
06386 Chörau OT von Osternienburger Land, Dorfstraße 27, Landkreis Anhalt-Bitterfeld
Koordinaten: 51.815055, 12.122186
Eigentümer(in): privat
Das Objekt ist als Kulturdenkmal ausgewiesen. - Erfassungsnummer: 094 06060
Wassermühle, (ehemals) Ossberger Turbine mit ca. 10 PS, Wasserlauf: Quellbuschfließ
Nutzungsarten: Getreidemühle
Baujahr: 14. Jhd., Betrieb, bis 1958 gewerbliche Nutzung,
Zustand: Restaurierung weit fortgeschritten
Der seit dem Tode des Altmüllers stattgefundene Verfall (Schäden an Technik und Gebäuden)
wurde mit dem Kauf des Anwesens durch den neuen Besitzer im Juni 2012 gestoppt.
Seitdem werden Bauwerke und Mühlentechnik saniert, Wohnräume hergerichtet, es sollen eine oder mehrer Ferienwohnungen entstehen u. a. m.
Von der usrsprünglichen Mühlentechnik sind wohl alle Maschinen vorhanden und inzwischen aufgearbeitet. Da sind zu nennen: 2 Walzenstühle, 1 Schrotgang, Aspirateur, Trieur, Schälmaschine, 1 Plansichter, 1 Quetsche, Elevatoren und ein Schleifringläufermotor.
Es hieß, die vordem als Antrieb vorhandene Ossberger Turbine sei 1958 abgebaut und wohl veräußert worden, das hat sich als falsch erwiesen, denn als der Wasserradschacht gesäubert wurde, hat sie sich unter einer dicken Schlammschicht angefunden.
Es wurde versucht, die Ossberger (oder auch Durchströmturbine) zu Reparieren, aber der zustand erwies sich als so schlecht, dass die Fachlaute der (noch existierenden) Herstellerfirma davon abrieten.
So wird sie zumindest als Anschauungsstück ihren Platz finden.
Kulturgeschichte der Wassermühle Chörau
Das Anwesen ist als Vierseitenhof angelegt, die eigentliche Mühle war auch zugleich Wohnhaus. Es handelt sich um ein Fachwerkgebäude mit massivem Keller- und Erdgeschoss mit Krüppelwalmdach. Im Lauf der
Jahrhunderte wurden dann Ställe, Scheunen, Waschküche und Wirtschaftsräume hinzugebaut.
Über der Eingangstür der Mühle befand sich eine gegossene Tafel mit der Aufschrift: "Zum Andenken an den
Fürsten von Anhalt welcher in dieser Mühle eine Zufluchtsstätte gegen seine Verfolger gefunden haben soll."
Diese Tafel hat leider auf unredliche Weise den Besitzer gewechselt, war jahrelang verschollen und wurde dann auf etwas dubiose Weise zum "Ankauf" angeboten.
Inzwischen befindet sich aber über der Tür eine Nachbildung, das Original ist sicher verwahrt...

Seit dem Erwerb ist die Mühle umfassend sniert worden, ohne dabei Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Erst im letzten Jahr gab es einen Zuschuss, der genutzt wird, um Mühle, Wohnhaus und Nebengenäude energetisch aufzuwerten.